Unter der Oberfläche des roten Meeres – El Quseir, Ägypten 2012

Hallo Zusammen,

Es ist wieder soweit, nach vielen Stunden und einigem an Arbeit kann ich euch den neusten Reisebericht aus dem roten Meer präsentieren. Nach unserer Reise nach Indonesien Anfang Jahr, stand für den Herbst unsere schon fast obligatorische Reise ans rote Meer auf dem Plan. In Sachen Hotel entschieden wir uns zum dritten mal für das Mövenpick Resort bei El Quseir, welches sich rund 170km südlich von Hurghada befindet. Grund für die Wahl des bereits 2008 und 2010 besuchten Hotels war die super Bucht welche auch für unseren Nicht-Taucher interessant ist. In Sachen Airline haben wir diesmal Edelweiss Air den absoluten Vorzug gegeben und wurden nicht enttäuscht.

Unter der Oberfläche des roten Meeres – El Quseir, Ägypten 2012
06. bis 09. September 2012


Unsere Reise startete wie schon in den anderen Jahren am frühen Morgen am Airport Zürich an Bord eines Edelweiss Air Airbus A320.


Line up auf die RWY 34 für den Flug WK0150 / LX8150 nach Marsa Alam.


Kurz nach dem Start drehen wir nach rechts und erhaschen einen Blick auf die RWY 32.


Langsam klettert die Sonne über den Horizont und taucht die Bergwelt in ein sanftes Licht.


Snack-Zeit! Und mit dem privaten Bordunterhaltungs-System vergeht der Flug auch etwas schneller.


Sinkflug in Richtung Küste über ziemlich viel Sand und Fels.


Überflug über den Airport Marsa Alam (RMF / HEMA) mit Blick auf die RWY 15/33.


Die RWY 15/33 ist übrigens rund 3000m lang.


Im Vordergrund befindet sich das „The Three Corners Fayrouz Plaza Beach“ und dahinter der grosse Hafen „Port Ghalib“ mit diversen Hotels etc. von diesem Hafen starten unter anderem auch die meisten Tauchsafaris in den südlichen Teil des roten Meeres.


Port Ghalib

Die Ankunft in Ägypten verlief nach der Landung relativ unspektakulär und bereits 20 Minuten nach der Landung sassen wir im Bus auf dem Weg in Richtung El Quseir. Dies ist sicher einer der grossen Vorteile wenn man einen privaten Transfer hat, was sich bei einer Gruppe von 6 Personen auch lohnt.

Im Hotel angekommen können wir gleich unsere frisch renovierten Zimmer im 11er Block beziehen und noch ein Mittagessen geniessen bevor wir zum ersten mal in Richtung Strand pilgern. Kaum sind wir am Strand angekommen bricht auf dem Steg und am Strand Unruhe aus. „Delphin, Delphin, Delphin“ schreien die Männer auf dem Steg der Tauchbasis und nach kurzer Zeit entdecke ich selbst die Rückenflossen von ein paar Tieren in der Bucht umzingelt von Schnorchlern. Ich bleibe aber ruhig und glaube nicht wirklich daran, dass die Tiere bei so viel Leuten lange in der Bucht bleiben werden. Hektisch springen die Leute von den Liegestühlen zum Strand und auf dem Steg und teilweise hat man schon fast das Gefühl das Wasser koche mitten in der Bucht.
Nachdem ich dem Schauspiel rund 15 Minuten zuschaute, konnte ich mich dann schliesslich auch nicht mehr halten und packte meine Sachen und die unbewusst eingepackte kleine Digicam um mich auch ins Wasser zu stürzen…


Kaum hatte ich die Mitte der Bucht und den Haufen von unzähligen Schnorchlern erreicht wurde ich auch schon belohnt. Gleich sieben Delphine tummelten sich zwischen all den Schnorchlern und Tauchern unter der Oberfläche und machten überhaupt keine Anstalten die Umgebung zu verlassen.


Wie in solchen Situationen üblich herrschte im Wasser aber einfach ein zu grosses Durcheinander und viele der Leute versuchten die Tiere zu berühren bzw. innen mit aller Kraft zu folgen. Beides Dinge die so überhaupt nichts bringen und nur dafür sorgen, dass die Tiere auf Distanz gehen. Von den Flossenschlägen ins Gesicht etc. schon gar nicht zu sprechen.


Ich selbst hatte ja schon vor zwei Jahren das Glück in dieser Bucht frei lebende Delphine zu sehen und so versuchte ich es wieder mit ähnlicher Taktik um mehr von den Tieren zu sehen. Soweit als möglich versuchte ich dem Pulk an Schnorchlern fern zu bleiben und abzuschätzen wo die Tiere wieder auftauchten um dann einfach dort ruhig liegend zu warten. Eine Taktik die sich auszahlte und so wurde ich ein paar mal sehr nahe von zwei Tieren begutachtet.
Dies sind Momente die sich nur schwer in Worte fassen lassen und auch wenn es noch so schön war, bereute ich es, nur eine kleine verhältnismässig langsame Komkaptkamera mit dabei gehabt zu haben…


Gebannte Blicke in Richtung Tiefe!


Am nächsten Morgen ging es dann schliesslich mit den Tauchgängen los und bereits auf dem obligatorischen Orientierungs-Tauchgang entdeckte ich im Riff eine Schildkröte.


Weichkorallen


Röhrenwurm


flacher Drachenkopf


Riesenmuschel


Rotfeuerfisch


Fledermausfische

Kaum hatte ich diese Fledermausfische fotografiert, kam einer der Guides hektisch auf mich zugeschwommen und gestikulierte wild, dass ich ihm folgen soll. Also hinterher und mal schauen was es denn da so spannendes zu sehen gibt. Er führte mich in Richtung Sandfläche und ich kapierte erst gar nicht was er überhaupt von mir wollte. Erst als ich plötzliche eine Bewegung im Sand sah, wurde mir bewusst, dass da was ist…


Gut getarnt lauert der Flügelrossfisch auf dem Sand.


Auch in unserem Zimmer wusste sich jemand in Szene zu setzen! Dieser kleine Geko hatte unseren Vorhang als sein Revier auserkoren.


Nächster Tag, und ab zum nächsten Tauchgang!


Die El Quadim Bay ist bekannt als die Öko-Bucht des roten Meeres und hat damit schon verschiedenste Auszeichnungen bekommen. Die Anzahl an Tauchern die pro Tag in die Bucht dürfen ist limitiert und dadurch die Korallen-Welt weitgehend intakt.


Die riesige Salat-Koralle ist eine der Sehenswürdigkeiten in der Bucht.


Das Riff ist von Spalten und Höhlen durchzogen welche teilweise betauchbar sind.


Auch Nicole hat ihren Spass, auch wenn sie diesmal nur per Schnorchel und ohne Pressluftflasche unterwegs sein kann…


Auch für Schnorchler hat die Bucht sehr viel zu bieten.


Aktuell gibt es in der Bucht junge Adlerrochen, diesen begegnet man wenn man etwas aufmerksam ist fast bei jedem Tauch bzw. Schnorchel-Gang.


Arabischer Doktorfisch

Nachdem wir ja bereits am ersten Tag in der Bucht Delphine gesehen hatten, war die Hoffnung gross, dass sich dieses Ereignis wiederholen würde. Und so war es dann auch, kaum waren wir nach dem Mittagessen wieder richtig am Strand kam vom Tauchsteg wieder die Meldung, dass sich eine Schule Delphine in der Bucht befindet. Also nichts wie los und rein ins Wasser, diesmal jedoch von unterhalb der Wasseroberfläche…
Mir war bewusst, dass die Chancen die Tiere so zu sehen bei 50 zu 50 lagen und so begaben wir uns gemütlich in Richtung Steg um unseren Flaschen zu montieren. Die Delphine waren noch da und in der Bucht herrschte wie die zwei Tage zuvor ein Kaos aus Schnorchlern und Tauchern.
Nach kurzer Besprechung sprangen wir schliesslich ins Wasser und tauchten mit grobem Kurs raus ins Blauwasser in Richtung der Meute Schnorchler in der Hoffnung die Tiere so zu finden…
Nach knapp 10 Minuten konnten wir die Tiere deutlich hören und ich war erst unsicher ob wir die Tiere auch sehen würden, bis sich schliesslich etwas aus dem blau schälte…


Und da waren sie, direkt vor uns!


Meine Rechnung ging auf und so waren wir auf rund 10m Tiefe mit den Tieren praktisch alleine!


Zwei der Tiere waren sehr neugierig und da wir einfach ruhig im Wasser standen, kamen sie teilweise sehr nahe an uns ran. Einfach unbeschreiblich!


Da lasse selbst ich die Kamera mal einen Moment hängen! Wobei gleich noch nebenbei erwähnt sei, dass ich natürlich einmal mehr in solche einem Moment das falsche Objektiv auf der Kamera hatte und selbst die montierte GoPro kam aufgrund einer Fehlmanipulation nicht so zum Einsatz wie gewollt…


Eindrückliche Momente…


Unschwer ist zu erkennen, dass sich Tiere nebenbei ein wenig dem „Liebesspiel“ widmen.


Vorbereitung auf den nächsten Tauchgang.


Das Gelege einer spanischen Tänzerin.


Oben am Riffdach tummelt sich ein Schwarm.


Ein Streifen-Füsilier lässt sich von zwei Putzerlippfischen putzen. Kurz darauf haben die zwei Kerle dann mein Gesicht und meine Hand ein wenig inspiziert bevor sie sich auf das nächste Opfer stürzten.


Auch auf Anitas Hand tummelten sich die zwei kleinen Kerle.


Bärtiger Drachenkopf


Und gleich noch ein Drachenkopf.


Dieser Krake fühlte sich ein wenig gestört und ergriff die Flucht.


Juwelen-Zackenbarsch


Einmal mehr begegnen wir den jungen Adlerrochen.


Marmorschlangenaal


Selbst in den kleinsten Ritzen zwischen den Korallen findet man den einten oder anderen Fisch.


Riesendrücker auf Putzer-Station.


Korallenwächter


Pyjama-Prachtsternschnecke


Rotmeer-Anemonenfische


Marmorschlangenaal


Pselion-Kardinalbarsche


Das Gelege einer spanischen Tänzerin.


Langschnauzen-Büschelbarsch


Rotfeuerfische


Juwelen-Zackenbarsch


Korallenwächter


Eidechsenfische


Riesenmuräne


Drachenkopf


Auf der rechten Seite des Hausriffs findet man ein kleines Höhlensystem welches teilweise betauchbar ist und mit wunderbaren Lichtstimmungen lockt.


An vielen Stellen findet man kleine „Becken“ in denen man ohne Probleme auftauchen könnte.


In den Engstellen ist eine gute Tarierung enorm wichtig, damit man sich nicht selber die Sicht verschlechtert.


Auch die Navigation darf nicht vernachlässigt werden, schliesslich möchten wir auf dem selben Weg wieder aus dem Höhlensystem raus.


Marcel „jagt“ einen Einsiedlerkrebs.


Am „Erna-Block“ ist wie schon die Jahre zuvor immer viel los!


Am Tauchplatz „Aquarium I“ entdecke ich beim Aufstieg aus der Tiefe eine ruhende Schildkröte.


Geduldig lässt sie das Foto-Shooting über sich ergehen.


Bei Tauchgängen an Aussenriffen wird am Ende des Tauchgangs ins „Blauwasser“ getaucht wo man den Sicherheitsstop absitzt. Üblicherweise wird dabei eine Oberflächen-Boje zur Oberfläche geschossen, damit das an der Oberfläche wartende Schlauchboot die Taucher auch bei Wellengang wieder findet.


Rotmeer-Anemonenfische


Riesen-Kugelfisch


Meine Wenigkeit beim Durchtauchen einer grösseren Spalte im Riff.


Blick in Richtung Ausgang.


In Spalten und Höhlen muss man immer aufpassen, hinter Ecken und Kanten lauern zwischendurch gewisse Gefahren wie dieser Rotfeuerfisch welche bei zu viel Körperkontakt relativ unangenehm sein könnten.


Riesen-Husarenfisch inmitten von Grossaugenbarschen.


Diese kleine graue Muräne versteckte sich ebenfalls beim Ausgang der kleinen Höhle.


Krokodilfisch


Riesenmuräne


In der Spalte in der es sich die Riesenmuräne gemütlich gemacht hat, wimmelt es von Durban-Tanzgarnelen.


Seenadel


Rotfeuerfisch


Marmorschlangenaal


Blick auf die Bucht und den Strand am frühen Abend.


Ein Nachttauchgang darf natürlich auch nicht fehlen, und kaum sind wir im Wasser entdecken wir die ersten Fische die sich in den Korallen über Nacht verstecken.


Auch dieser Papageienfisch verkriecht sich in den Korallen um vor Fressfeinden sicher zu sein.


Die beiden Korallenwächter beobachten kritisch das Geschehen rund um ihre Koralle.


Nach einiger Suche finden wir endlich auch die lange gesuchte spanische Tänzerin eine bis zu 50cm lange Nacktschnecke. Leider waren innert Kürze tausende Kleinstlebewesen rund um uns versammelt was das fotografieren der spanischen Tänzerin schon fast unmöglich machte.


Gelbbrauner Kofferfisch


Masken-Kugelfisch


Riesenmuräne


Scherengarnele und Tanzgarnelen neben der Riesenmuräne.


Panther-Butt


Krokodilfisch


Aus dem Nichts taucht ein Riffkalamar mit Beute im Maul vor mir auch und erschreckt mich im ersten Moment gleich ein wenig.


Weissfleck-Kugelfisch


Gut zwischen den Korallen versteckter Leoparden-Lippenzähner.


Auch der Korallen-Skorpionsfisch versteckt sich zwischen den Korallen und muss erst mal entdeckt werden.


Ein Doktorfisch tummelt sich auf dem Riffdach.


Ein Schwarm Hornhechte.


Ein Schwarm Stumpfmaul-Meeräschen.


Taucher-Spuren


Anemone mit Herz


Eine Zwerggrundel auf einer Peitschenkoralle.


Blaupunktrochen


Krake mit seinem nervenden Gefilde.


Adlerrochen


Blaupunktrochen


Grossmaul-Makrelen


Riff-Kalmare


Riesen-Drückerfisch

So und damit schliesse ich den Teil mit den Unterwasser-Bildern ab und beende den Bericht mit ein paar Impressionen von der Oberfläche.


Blick über die Bucht des Mövenpick Resorts.


Die Tauchbasis welche neu von Extra-Divers betrieben wird und einen ausgezeichneten Service bietet.


Versteinerungen


Der Tauchsteg und Einstieg zum Hausriff.


Blick in in Richtung Hotel.


Die Tauchbasis ist sehr geräumig gestaltet und bittet genügend Schattenplatz um sich umzuziehen.


Karte vom grossen Hausriff


Tauchen, Schlafen, Essen, Lesen und einfach nichts tun…


Mit 13 weiteren Tauchgängen im Logbuch geht es am kommenden Tag wieder nachhause in die kalte Schweiz wo ich mich aus taucherischer Sicht bereits wieder auf den Bodensee freue.


Und zum Abschluss stellen wir uns noch gemeinsam vor die Kamera und sagen „Tschüss und bis zum nächsten mal!“

Vom problemlosen Heimflug gibt es aufgrund meines Gang-Platzes keine Bilder mehr.

Ich hoffe der Bericht aus der Unterwasserwelt des roten Meeres hat euch einigermassen gefallen. Wer Fragen zum Tauchen, Unterwasserfotografie oder dem Reiseziel rotes Meer hat darf sich gerne jederzeit bei mir melden.

Zur technischen Seite, folgende Ausrüstung kam für die Bilder zum Einsatz:
– Sony NEX-5N im Nauticam NA-NEX5 Unterwassergehäuse (umgebaut auf NEX-5N)
– Sony E 16mm F2.8, ECF1 Fisheye, Domeport
– Sony E 30mm F3.5 Macro, Planport
– Sony WX1 im Sony-Unterwassergehäuse
– Sony RX-100
– Lightroom 4 für die Bereitstellung und Optimierung der Bilder

Gruss aus der Ostschweiz,

Tino Dietsche